Preisnachlass

Endlich. Endlich. Endlich. Wir, der Hotel Bernerhof in Gstaad, soll mit einem Angebot auf STC resp. auf der Top50-Plattform von Schweiz Tourismus aufgeschaltet werden. Sind wir doch Mitglied bei den STC Aktionären Schweiz Tourismus und hotelleriesuisse.

30 Angebote werden in der Vorwinter Kampagne publiziert. Alle teilnehmende Hotels bieten dasselbe, bereits vorgegebene Leistungspaket zum gleichen Preis an. Der Preis im Viersternhotel wurde auf 489.— Franken pro Doppelzimmer angesetzt. 10% Kommission für STC. Publikationskosten fallen keine an, was in der Ausschreibung mit einem Ausrufezeichen unterstrichen wird. Hotelier dankt.

Im Basisangebot von CHF 489.— sind folgende, vorgegebene Leistungen enthalten:

  • 2 Übernachtungen im Doppelzimmer
  • Frühstücksbuffet
  • Tages-Ski-Pass pro Person
  • Individuelle Hotel-Zusatzleistungen (nicht zwingend)
  • Kurtaxe

Gültigkeit November – Dezember 2012, event. auch länger.

Hotelier rechnet und kommt nach Abzug von Kommission an STC, MWST, Kurtaxe, Skipass und Frühstück auf den sagenhaften Preis von 51 Franken und 15 Rappen. Pro Tag und Person. Der aktuelle Bernerhof November Preis, nach Abzug von Mehrwertsteuer, Kurtaxe und Frühstück ist 111.95, was ein Preisnachlass von 54.3% ist. Hotelier hat gerechnet und sagt ab. Er empfindet diese Anfrage sogar als Frechheit. Eine Erniedrigung. Man denkt wohl, Hotelier könne nicht rechnen.

Von uns Hoteliers werden, unterstützt von unserem eigenen Verband (!), von ST Preisnachlässe gefordert. Das kann und darf nicht die Politik von Schweiz Tourismus sein. Ständig von Qualität zu reden und gleichzeitig Preisnachlässe einzufordern, widerspricht sich. Preisnachlass ist eine Abwärtsspirale. Die gleiche Organisation wird in 15 Jahren rufen, dass die Schweizer Hotels endlich wieder investieren müssen. Preise in dieser Grössenordnung werden von  Schweiz Tourismus von den Hotels gefordert und von unserem Verband hotelleriesuisse akzeptiert. Auf myswitzerland.com, unter den Top 50 Angeboten wird auf Angeboten eines Hotels ein Preisnachlass von 20% verlangt.

Schweiz Tourismus frohlockt zudem, dass die meisten der Schweizer Bergbahnen im kommenden Winter keine Preisanpassungen machen. Wie die Investitionen getätigt werden geht Schweiz Tourismus nichts an. Er selber finanziert sich mit Bundesgeldern.

Haben wir endlich mehr Selbstbewusstsein. Stehen wir dazu, dass unsere Preise teurer sind, teurer sein müssen, als im benachbarten, Nahen Osten. Überzeugen wir mit Leistung und Qualität anstelle mit Preisnachlässen. Und machen wir uns nicht ständig kleiner als wir sind.

P.S.: Diesen Text habe ich als Leserbrief unserer Verbands Zeitung, der Hotel Revue, zukommen lassen.

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2 Antworten zu “Preisnachlass”

  1. Jürg Wyss sagt:

    Mit einem Preisnachlass gewinne ich eine Schlacht, aber nicht den Krieg.

    Ich bin kein Hotelier. Also müsste mir diese Idee der Rabatt-itis gefallen. Tut sie nicht, denn ich denke vorallem unternehmerisch – und Preisreduktionen waren noch nie ein nachhaltiges Modell. Mit wenigen Ausnahmen, z.B. Frühbucherrabatte, also Leute, die mir ein Comittment geben.

    Das Gegenteil ist der Fall. Es ist ein zerstörerisches Geschäftsmodell. Ich werde die grösste Mühe haben, nach so einer Aktion wieder auf meine normalen Preise zu pochen. Ich erzürne Stammgäste, die eventuell schon zum normalen Preis gebucht haben. Und wie Du richtig sagst, Thomas, ich zerstöre mir die Substanz, um in die Zukunft zu investieren.

    Ich höre die Stimmen, die auf den kriselnden Tourismus hinweisen und die denken, dass damit die Rückgänge kompensiert werden können. Sind wir ehrlich, das ist ein kurzfristiges Denken. Wir sind kein Billig-Land und wir werden es (hoffentlich) nie werden. Mit solchen Aktionen aber beginnen wir, genau das zu kommunizieren. Oder schlimmer, dass wir bisher immer abgezockt hätten, wenn wir uns solche Rabatte lesiten können.

  2. Profilbild von Thomas Frei Thomas Frei sagt:

    Danke Jürg, für Deine Worte. Genau so ist es.

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