Archiv für ‘Gedanken des Wanderhoteliers’ Kategorie

Skisport in der Zukunft

Die Bergbahnen rund um Gstaad haben eine finanzielle Sanierung hinter sich und sind nun mitten in der betrieblichen Restrukturierung. Und die tut weh.  Dies der Grund, weshalb die Gruppe Gstaad 2020plus zu einer öffentlichen Diskussion einlud.

Dr. Roland Zegg zeigte zu Beginn den grossen Wandel im Skisport auf. Er, der Skisport nicht der Zegg, steckt in einer veritablen Krise. Nicht nur in der Schweiz, sondern im ganzen Alpenraum. Seit Jahren brechen die Gästezahlen, insbesondere aus Traditionsmärkten in Europa weg, die Anzahl Skifahrer und Snowboarder ist rückläufig – ein Ende scheint nicht in Sicht.

Noch immer sind die Winterdestinationen zu stark auf den Skifahrer fokussiert und leben von Investitionen der öffentlichen Hand in Bahnanlagen, vom Gesundschrumpfen, das faktisch nicht passiert.

Im Anschluss gab es eine Publikum- und Podiumsdiskussion die von Markus Gisler geleitet wurde. Ich will hier nicht die ganze Podiumsdiskussion aufzeigen, sondern meine Gedanken zum Skisport in der Region Gstaad in der Zukunft zu Papier bringen.

Die Gemeinden geben den Bergbahnen zur Zeit einen jährlichen Beitrag von 4 Mio. (15/16 ein „bisschen“ mehr). Die letzte Auszahlung erfolgt 17/18, dann müssen die Gemeindeversammlungen der drei Standortgemeinden Saanen, Lauenen und Gsteig entscheiden, ob und wie viel Geld weiter in die Bahnen fliessen.

Meine Meinung: Ab dann müssten die Leistungen der Gemeinden an messbare Ziele und an den volkswirtschaftlichen Nutzen und Wertschöpfung geknüpft werden. Kurz: ab dann kaufen die Gemeinden Leistung von den Bahnen ein.

 (das könnten folgende Leistungen sein):

  • Sollte die BDG keine Skiabos mehr für Einheimische anbieten, bezahlen die Gemeinden die Differenz.
  • Demografische Entwicklung zeigt, dass wir immer älter werden: Die Gemeinden investieren in das ausgabefreudige Segment der Senioren. Sie werden quasi von den Gemeinden eingeladen (gratis gibt es nicht). Die Gemeinden bezahlen die Differenz. Ein Angebot, das meines Wissens noch von keinem Wintersportort angeboten wird. Nachhaltiger als die Saas Fee Aktion.
  • Kinder bis 9 Jahren werden eingeladen: Skifahren ist teuer, insbesondere für Familien. Und wenn Kiner einmal in einer Destination waren, kommen sie als Erwachsene zurück.
  • Leuchtturm auf einem Berg. ZB. Klangweg. Unsere Region wird mit klassischer Musik, Menuhin sei Dank, und Volksmusik in Verbindung gebracht. Wie wäre es, wenn wir Klangerlebnisse auf einem Berg erlebbar, hörbar machen? Zum Beispiel könnte die Geschichte des Alphorns erklärt werden, bei gleichzeitigem Hören. Oder in einen Trichter schreien um zu hören, was auf der anderen Seite rauskommt. Oder Menuhin, seine philosophischen Sätze, seine Lebenseinstellung, klassische Musik. Wieso nicht ein Pavillon in einer Waldlichtung, in welchem musiziert werden kann. Jeder kann sich hinstellen und musizieren. Ab und wann kleine Konzert. Seien die nun klassisch oder volkstümlich. Das alles verbunden mit einem Winter- Sommerwanderweg.

Denk. Anstoss.

Man bedenke, es gibt:

50 Millionen Skifahrer

80 Mio. Skateboarder

67 Mio. Fischer

90 Mio. Golfer

  • Eine Investition ergibt keine Emotion
  • Investieren wir in die Zukunft und nicht in die Gegenwart, sprich Schneekanonen. In der Schweiz muss gemäss einer Faustregel für einen Kilometer beschneibarer Piste mit Investitionen von rund 1 Million Franken und jährlichen Betriebskosten von 50‘000 – 70‘000 Franken gerechnet werden (bei einer Betriebsdauer von 110 Tagen). Eine Million Franken in die Zukunft investiert, werden zu einem Erfolgsfaktor sondergleichen.
  • Extrem wichtig: Wir in den Bergregionen müssen andere Erwerbsquellen/Arbeitsplätze mit einer Wertschöpfung erschliessen. Die Zukunft für uns Bergmenschen muss sein, dass wir vermehrt Produkte welche aus unserer Region stammen und von Menschen aus der Gegend hergestellt und gepflegt werden unseren Gästen anbieten. Wir sind damit eigenständig und niemand, auch im entferntesten aller Winkel der Welt, einfach niemand kann uns und unsere Gegend kopieren. Wir sind kein Trend und wir sind kein Konzept, sondern wir sind wir! Die Menschen, die Landwirtschaft, der Tourismus machen einen Ort unverwechselbar und damit zu einer Marke.
  • Neue Angebote wie:
    • Bike Wochen im Dezember. Alle Angebote müssen flexibler werden.
    • Eisfischen am Arnensee mit Schneeschuhwanderung. Begleitet von Robert Speth mit Anleitung wie der Fisch zubereitet wird. An Ort und Stelle oder im Chesery.

Im Zuge der betrieblichen Sanierung schliesst das Rellerli am 1. Januar 2019 für immer. Der Unmut in der Bevölkerung ist gross, denn ein fantastischer Berg geht verloren. Schauen wir lieber in die Zukunft als in die Vergangenheit, denn, einen fantastischen Berg kriegen wir verkehrsfrei zurück:

 

Rellerli, der Berg wo Milch und Honig fliesst

  • Blumen in Hülle und Fülle, Wacholder, Heidelbeeren, Pilze
  • Das authentische: die zehn Alpen in der Region Rellerli in welchen der berühmten Saaner Hobelkäse produziert wird

Das Rellerli bringt Dich auf Touren

  • Wir haben einen «freien Berg» auf welchem wir GEHdanken haben dürfen bei Skitouren und Schneeschuhwanderungen (Schönried bis Wannehörnli weiter Saanenmöser).

„….. Es ist doch so: Nur wer sein Chuewägli auch mal verlässt, entdeckt Neues, hinterlässt Spuren und bewegt etwas. Dem Saanenland tun neue Ideen gut. Also kitzeln wir die Kuh, damit sie die Milch sprudeln lässt…..“

…. Leading User of the World …

Wie schrieb Karl Kraus: „Ich schnitze mir den Gegner nach meinem Pfeil zurecht.“

Letzten Oktober besuchte mich Familie Kraus im Bernerhof. Herr Kraus ist ein „… Leading User of the World …“. Er recherchiert und bewertet alle Hotels in denen er absteigt. Und das sind nicht wenige. Arrangiert hat den Besuch von Familie Kraus Andreas Güntert, Journalist u.a. bei der Handelszeitung. Daraus entstand dieses Interview. Ein kleiner Auszug:

Wie viel Zeit investieren Sie für Ihre Reise-Recherchen, Herr Kraus?

Kraus: Wenn ich eine bis zwei Wochen verreise, setze ich mich vorher für die Planung ein paar Abende an den Rechner. Bei einer grösseren Destination schaue ich mir in der Regel die besten zehn Hotels an, im Fall von Dubai können es auch mal dreissig sein. Es ist also gut möglich, dass ich sechzig und mehr Bewertungen lese.

Frei: Was machen Sie denn eigentlich so beruflich? Buchhalter vielleicht?

Kraus: Ich bin in der Finanzbranche tätig.

Frei: Ah, ein Kontrollfreak.

Kraus: Ich mache das nicht wegen der Kontrolle. Ich möchte einfach meine jährlich lediglich 28 Ferientage bestmöglich nutzen. Da wende ich lieber vorher etwas Zeit auf, um sicherzustellen, dass ich nicht an suboptimalen Orten absteige.

Ich bin ja weiss Gott kein Freund von dieser Bewertungs-Mania. Alle meinen jeden und alles bewerten zu müssen. Aber die Begegnung mit Herrn Kraus war super. Er gibt sich allerhand Mühe mit den Bewertungen. Sie sind fundiert und geben den Lesern von den Portalen einen Mehrwert.

Trotzdem bleibe ich dabei, dass bei einem persönlichen Gespräch mit dem GastgeberIn ein Mehrwert für beide herausschaut. Es gibt ab und wann Gründe weshalb man zum Beispiel eine Dienstleistung nicht anbietet. Was ist besser, zehn Hero Konfitüren auf dem Buffet oder vier hausgemachte Konfitüren? Und Honig von der Region oder vier 0815 Honigsorten? X-Badezusätze in kleinen Flaschen, kleine Seifen und was weiss ich noch alles oder eine Körpercreme und Seife (die biologisch abbaubar ist) von Soglio in einer Nachfüllflasche, welche mit verschiedenen Kräutern aus den Bergen von Einheimischen hergestellt wird und so für Arbeitsplätze mit einer nachhaltigen Wertschöpfung in einer Bergregion sorgt? Das alles kann in einem persönlichen Gespräch er- und geklärt werden.

Aber klar, wir, die Gastgeberzunft kommen mit den Bewertungen zu recht. Wir haben uns arrangiert und wir leben damit.

Übrigens, Herr Kraus bewertete den Bernerhof mit der Note 6  😉 

Rückwärtsgestülpt. Dazu ein Blick ins 2036.

Auszug aus meinem diesjährigen Bernerhof Geschäftsbericht.

November 1996

In der Schweiz wird noch Weisswein getrunken und Jean-Pascal Delamuraz wird zum zweiten Mal Bundespräsident. Bill Clinton wird als Präsident der vereinigten Staaten wiedergewählt. Ein gewisser Donald Trump gratuliert einer gewissen Miss Universe Alicia Machado zum Titel. An einem Tag im Herbst um 08.00 Uhr Arbeitsbeginn einer gewissen Claudia und Thomas Frei im Bernerhof zu Gstaad. 08.15 Uhr verlässt Leonz Blunschi mit zwei Bananenschachteln das Büro. «Bei Fragen ruft an», sagt er unter dem Türrahmen.  Am dritten Wochenende des Monats eröffnet das Eggli die Talabfahrt.

November 2016

Hillary trumpiert sich und zieht mit ihrem Ex-Präsidenten Bill nicht ins Weisse Haus ein. Dafür Donald. Alicia Machado ist was weiss ich wo. Delamuraz auch. Weisswein gibt’s noch immer in der Schweiz. Die Eggli Talabfahrt ist grün. Thomas Frei packt seine Bananenschachteln und ruft seiner Frei Frau unter dem Türrahmen zu: «Küss die Hand gnädige Frau». Er ist jetzt postoperativ, gewissermassen, widmet sich künftig als Delegierter des Verwaltungsrates den Finanzen und dem Marketing. Dazu ist er im Rat der rastlosen der Gemeinde Saanen.

Dazwischen….

…. investierten wir rund 8 Millionen Franken in den Bernerhof. 1 Million in den Umbau des Hallenbades, 4,3 Millionen in Zimmer. 1,2 Millionen in das Basta, 820’ in die Renovation der beiden Mitarbeiterhäuser und den Rest in diverse Umbauten. Gleichzeitig amortisierten wir 3 Millionen. Wir hatten rund 380’000 Logiernächte in diesen zwanzig Jahren, was eine durchschnittliche Bettenauslastung über das Jahr von 59 % ergibt, ein paar Schliessungstage mit eingerechnet.

Hotelier sein hat sich in den letzten zwanzig Jahren drastisch verändert. Die Ansprüche der Gäste sind gestiegen und die Zahlungsbereitschaft gesunken. Sie vergleichen die Häuser auf Portalen, die man 1996 nicht einmal vom Hörensagen kannte. Hotels werden von allen Seiten bewertet. Hoteliers auch.

bernerhof-fraufrei-5060_kleinBrigitte ist die Bernerhof Gastgeberin

Seit 1999 ist der Bernerhof ISO zertifiziert. Er war ISO zertifiziert. Im letzten Jahr haben Miriam Hunziker, Brigitte unter der Leitung von Hans Peter Reust und allen bernerhöflichen Mitarbeitenden ein neues Prozess Management aufgebaut. Alles für den Gast. Weg von ISO-Risiko-denken. Es ist alles klar strukturiert damit unsere Mitarbeitenden wissen, wann sie was wo wie zu machen haben. Und Brigitte kann sich dem Gas(t)gebern widmen.

November 2036

Clinton kennt niemand mehr. Trump hat sich mit seinen Missen in die ewigen Jagdgründe katapultiert. Die Schweiz ist dem neuen, europäischen Wirtschaftsraum beigetreten, der nach dem Vorbild der Schweiz aufgebaut wurde. Blocher dreht sich im Grab.

Tourismus gibt es in der heutigen Form nicht mehr

Auf der Eggli Talabfahrt hat es seit 10 Jahren keinen Schnee mehr. Die Schneekanonen aus Gstaad sind im Luzerner Verkehrsmuseum neben dem Funi. Die Jungen Saaner klopfen sich lachend auf die Schenkel, was die Alten alles unternahmen um Schnee zu erzeugen. Heute braucht niemand mehr Schnee, denn das Ressort Gstaad hat sich re- und damit organisiert.

Premium Boutique Ressort Gstaad

Man unterscheidet Arbeit und Urlaub nicht mehr. Jeder Mensch hat von überall her Zugriff auf seinen Personal Advisor. Er erledigt den Kleinkram selbständig. Er weiss, wie sein Mensch sich fühlt, was er denkt und was er braucht.

Das Boutique Ressort wird vom Resident Manager betrieben. Eine einzige Anlaufstelle reicht für Reservationen aller Art. Bei der Kontaktaufnahme erscheint auf dem Tablet eine Beschreibung der Person und ihrer Vorlieben, damit der Resident Manager innert Sekunden die Wünsche der Gäste kennt. Sie können nach Wahl in Iglus übernachten, im Stall zwischen den Kühen, im «Residenz Club» oder in einem der zehn Hotels. Die Anfahrt ist entspannend, der Personal Advisor hat alles organisiert und reserviert, individuell für jedes einzelne Familienmitglied.

Die Dating App im Bike von Teenager Samir hat er nicht vergessen. Samir hat für sich das Arrangement «into the wild» bestellen lassen. Er freut sich, dass er mit dem neuen Bike Express auf das Rellerli fahren kann. Downhill ist für ihn alles. Die sportlichen Figuren downhillender Girls sind cool, geil, mega oder was immer der Teenerslang 2036 an Superlativen zu Verfügung stellt – Gewisses bleibt halt, wie es ist.

Für Mutter Saida hat der Personal Advisor das «Sightseeing Jogging» Arrangement bestellt. Sie will halt alles auf einmal. Über die Region etwas erfahren, mit Einheimischen reden und sportlich betätigen, so kommt sie in den «Wellbeing Bonus» der Gesundheitskasse.

Samir’s Vater hat Socializing Meetings mit seiner Firma. Dank den inspirierenden Sitzungsorten im Ressort kommen die Kollegen auf allerhand neue Ideen. Am Abend sind Saida und ihr Mann am «All night Art Event» im Les Art Gstaad eingeladen. Samir hat sich an die «Survival Night» auf dem Hornberg abgemeldet.

Steigende Nachfrage nach persönlicher Betreuung

Einige der Hotels im Ressort haben sich für die Betreuung der immer älter werdenden Menschen spezialisiert. Zwei von zehn Menschen sind älter als 65 Jahre, die Nachfrage nach Ruhe, Erholung und Gesundheit ist höher denn je.

Volkswirtschaft

Es wird nur noch so viel Milch gewonnen, wie im Tal verarbeitet werden kann. Die in den zwanziger Jahren aufgebaute Fleischproduktion wird mit Gewinn in die ganze Schweiz und ins benachbarte Ausland verkauft. Ein echter Exportschlager.

Gemeinderat Saanen: 19 Kandidaten für 8 Sitze, 7 Fragen und 133 Antworten

Gemeinderat Saanen: 19 Kandidaten für 8 Sitze, 7 Fragen und 133 Antworten

Im Anzeiger von Saanen wurde die Kandidierenden für den Gemeinderat mit den 7 gleichen Fragen konfrontiert. Meine Antworten finden Sie hier.

Meine Kandidatur für den Gemeinderat Saanen

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Meine Beweggründe, weshalb ich mich für eine Kandidatur für das Gemeinderats Amt bewerbe: Ein Hotelier und Touristiker gehört in den Gemeinderat einer touristischen Gemeinde wie Saanen. Dazu kommt meine Freude am Saanenland und die Lust, dessen Zukunft mitzugestalten.

Politik verfolge ich seit meinen Teenager Jahren mit grossem Interesse. Ich finde es spannend, zu politisieren und über Themen die uns betreffen zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Mich freute es, als die FDP Saanen bei mir anklopfte um zu fragen, ob ich als Gemeinderat kandidieren wolle. Ich sagte gerne zu.

 

Mein Leistungsausweis

  • 4 Jahre Gemeinderat in Pontresina
  • 12 Jahre Vorstand Hotelierverein Gstaad Saanenland
  • 8 Jahre Ortsvorstand Gstaad
  • 20 Jahre Bernerhof Hotelier

Ich stehe ein…

… für eine liberale, weltoffene und vorwärts gerichtete Politik.

… für eine enge Zusammenarbeit von Tourismus, Landwirtschaft und Gewerbe.

… für langfristige Umweltverträglichkeit statt kurzsichtige Zielsetzungen.

Was können die Wähler erwarten

Ich setze mich ein für ausgewogenes Verhältnis zwischen den Branchen, die unser Saanenland tragen: Tourismus, Landwirtschaft und Gewerbe. Nicht das Denken in Gartenhägli bringt uns vorwärts, sondern der gemeinsame Blick aufs Ganze.

Was ich erwarte

Kein Parteigeplänkel im Gemeinderat, sondern Mut.

Pragmatische Lösungen und dynamische Umsetzungen.

Motivation

Freude am Saanenland und Lust, seine Zukunft mitzugestalten.

Themen

  • Wir sind wir

Wir sind Saanenland. Tal und Berge, Einwohner und Produkte sind unverwechselbar. Niemand auf der Welt kann sie kopieren. Wir sind kein Trend und kein Konzept. Wir sind wir, geerdet und verwurzelt. Das macht uns zur grundehrlichen und geerdeten Marke. Und das zieht Leute an.

  • Les Arts Gstaad

Les Arts Gstaad passt perfekt zu unserer Region und eröffnet Wege in die Zukunft. Dank zentraler Lage im Dorf werden Einwohner und Gäste unmittelbar zum Teil des Kulturgeschehens. Wir schaffen einen wunderbaren Konzertsaal, der die musikalischen Anlässe auf top Niveau noch tiefer verankert. Er wird zur Spielwiese für Neues, ermöglicht Hoteliers längere Saisons und bringt damit allen Branchen mehr Wertschöpfung. Über eine Redimensionierung des Projektes sollten wir nachdenken.

  • Worüber wir reden müssten:

Über eine «grosse Gemeinde» als Legislative und einem Gemeindevorstand als Exekutive, der nicht mehr nach Partei gewählt wird, sondern nach Interessengruppen: Tourismus, Landwirtschaft und Dienstleister wie Gewerbe, Banken etc. Weil wir die Energie nicht für Parteigeplänkel einsetzen sollten, sondern für den Blick auf das Ganze.

 

3. Bernerhof Gespräch

Die Zusammenfassung des 3. Bernerhof Gesprächs vom 23. März. Schlussfolgerungen zum Gespräch folgen in den nächsten Tagen.

Ausgangslage

In Europa leben 500 Millionen Menschen, die weder Ski fahren noch Snowboarden. Das dritte Bernerhof Gespräch warf zwei Fragen auf: „Gibt es Wege, diese 500 Millionen für Ferien in den Bergen zu begeistern? Oder ist Schnee ganz einfach von gestern?“

08/09 war eine Rekordsaison. Leider war es die einzige; In allen andern Saisons seit 04/05 war die Frequentierung im Wintersport rückläufig. Und dies trotz den Anstrengungen, gute Schneeverhältnisse auf den Pisten zu garantieren und die Seilbahnen zu modernisieren. Was ist für eine Destination wichtig, die den Rückgang aufhalten oder eine Trendwende anstreben will?

Fazit für Schnellleser:

  • Wichtig ist die Erkennbarkeit und die Positionierung einer Destination.

Für Allesleser:

Wir hörten spannende Referate von Martin Bachofner, Tourismus Direktor; Otto Steiner, sympathischer Querdenker und Konzepter sowie Klaus J. Stöhlker, Doyen der PR Branche.

Martin Bachofner

Martin Bachofner

Martin Bachofner stellte drei Szenario für das fiktive Dorf „Hindere Chrache“ vor.

Facts:

Das Dorf liegt auf 1000 Meter über Meer mit einem erschlossenen Gebiet bis auf 3000 Metern über Meer.  Es liegt in einer lieblichen Gegend mit saftigen Weiden, bietet aber kein Alleinstellungsmerkmal à la Matterhorn. Der Anteil an Zweitwohnungen ist hoch, die Auslastung im Sommer gut. Zudem trägt der Tourismus 50% des BIP der Region „Hindere Chrache“ bei.

Global nimmt der Tourismus zu. Reisen ans Meer verzeichnen Zuwachs, Gewinner in der Schweiz sind die Städte sowie der Bereich Touring (Auto, Velo —> Grand Tour von Schweiz Tourismus), der ländliche, alpine Tourismus aber scheint den Zenit überschritten zu haben.

Szenario 1: Gated Community

Das Dorf „Hindere Chrache“ wird bewacht von einer privaten Armee. Es ist ein Zufluchtsort für Privilegierte, für die Elite. Bergbahnen, Gesundheitswesen, die ganze Infrastruktur wird von Investoren finanziert.

Szenario 2 für „Hindere Chrache“: Produkt-Initiative

Eine Produkt-Initiative für Familien, Sport, Genuss etc. Die Produkte der Destination werden in Szene gesetzt: Kühe, Alpen, Handwerk etc.. Ein Produkt für alle.

Szenario 3: Leuchtturm setzen

Es wird ein klares Angebot gestaltet. Ein „Leuchtturm“ der unabhängig von Wetter und Saison während zehn, elf Monaten über allem strahlt. Eine Erlebnisbahn auf einen Berg, ein Kongresszentrum.

Otto Steiner

Otto Steiner

Otto Steiner eröffnete sein Referat mit einem Bild der eingeschneiten Büste von Hotelpionier und Visionär Caspar Badrutt und mit dem Ausruf: „Frauen und Männer seines Schlages braucht das Land. Visionäre, die andere begeistern, um das Ziel gemeinsam zu erreichen.“ Kernaussagen seines Referates:

  • Klare Positionierung am Beispiel St. Moritz: Der Ort der zweimal olympische Winterspiele durchführte, muss den olympischen Geist erlebbar machen. Auf einem Berg, damit auch die Bahnen Frequenzenhaben und im Tal.
  • Charismatische Alphatiere braucht das Land. Leute, die begeistern und überzeugen. In der Schweiz ist es leicht ein Visionär zu sein, da alle so langweilig sind.
Klaus J. Stöhlker

Klaus J. Stöhlker

Klaus J. Stöhlker fragte die Zuhörer, was die Steigerung von Vision sei. Seine Antwort: Halluzination. Gstaad sei ein Wundername, der gut verkauft werden könne. Die schönste, sicherste Gated City der Welt. Wunderbar. Gottes Hand hat die fünf Täler des Saanenlandes als Reduit erschaffen, damit die Einwohner und Gäste geschützt, ruhig und sicher leben können.

Die Region rund um Gstaad zeichnet eine stete Investition in der ganzen Region aus. In neue Hotels, in die Infrastruktur und in die verkehrsfreien Dörfer. Ganz wichtig für die Region sei die Privatschule „Le Rosey“. Das „Come up“ im Slogan von Gstaad sagt auch etwas über den sozialen Aufstieg aus.

Gstaad braucht ein Symbol: „Das goldene Kalb“: Jede und jeder der in Gstaad war muss am Revers ein goldenes Kalb tragen.

Ein Slogan für Gstaad, wie es sich für Gstaad gehört in drei Sprachen:

  • Gstaad ist die Schönste und sicherste Gated City der Welt
  • Sport – culture – and good life for high performance
  • La vie en rose – sans regrette

Wichtig : Positionierung, Spezialisierung.

Sonja Hasler

Sonja Hasler

Arena mit Sonja Hasler

In der anschliessenden Diskussion meinte Martin Bachofner, dass das Gemischtwarenlager aufgeräumt werden müsse. Alles hat Gstaad in den letzten 100 Jahren nicht falsch gemacht. Es muss nebst der gehobenen Klientel auch die Mittelschicht angesprochen werden. Zudem übernachten auch Reiche nicht nur in 5* Hotels. Durchlässigkeit der Positionierung ist wichtig.

Otto Steiner widersprach Klaus Stöhlker. Das „Goldene Kalb“ ist unrealistisch, zwar lustig aber nichts Spezielles. Die Bergbahnen brauchen Menge nicht nur Reiche. Es muss eine Ferienstimmung entstehen mit belebten Bahnen und Dörfern. Mit dem schönen Anfahrtsweg sei Gstaad gemacht für runterfahren, Langsamkeit und Gemütlichkeit, worauf Stöhlker erwiderte, dass niemand Langsamkeit wolle, da im Leben alle vorwärts kommen wollen.

Die Frage von Sonja Hasler an Otto Steiner, ob er eine Idee für Gstaad habe.

Steiners Antwort: Eine scharfe Positionierung die spaltet und es in die Medien bringt. Er hätte noch nie so viel Presse gehabt wie mit der Ankündigung des Heidi Dorfes in Flums. Verhindern sei simpel. Das Produkt müsse so profiliert sein, dass es einen Ganzjahres-Tourismus erlaubt. Ein „Les Arts“ allein genüge nicht. Es brauche fünf „Les Arts“, und wenn zwei von den fünf einschlagen, gehöre man zu den Gewinnern.

Zur gleichen Frage meinte Stöhlker: Gstaad habe gute Ansätze. Mutiger müsse man sein und sich dazu bekennen was man ist. Als Beispiel nannte er das neue Mode Heft „Splendid“ von Tommy Hilfiger oder die Beilage im Economist, 1843 culture and lifestyle, in welchen Wohlhabende gefeiert werden. Stöhlker: „Zeige was du Wert bist, dann kannst du es verkaufen.“

Für Höhrer: Das Tondokument des ganzen Gespräches:

Fotos von Marco Mostosi @mamo photography ©

Ist Schnee von gestern?

Gstaad

Gstaad

3. Bernerhof Gespräch
Der Alpentourismus ist veraltet. Die Alpen sind völlig langweilig geworden. Waren die Touristiker vor 150 Jahren noch Visionäre und Abenteurer, sind wir heute die Langweiler der Alpen. Wir sind dabei in den Tiefschlaf zu gleiten und nicht mehr aufzuwachen. Dies das Thema des 3. Bernerhof Gespräches vom 23. März im Bernerhof Gstaad.

Die Referenten:

  • Klaus Stöhlker, PR Berater und Buchautor. Er publiziert und kommentiert regelmässig in den Schweizer Medien.
  • Otto Steiner aus Sarnen, als sympathischer Querdenker plant er und realisiert Besucherattraktionen. Er erschafft mit seinem Team Erlebniswelten: Ausstellungen, Besucherzentren, Besucherrundgänge, Shops, urbane Freiräume und Gartenanlagen.
  • Martin Bachofner, Tourismus Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus
  • Die im Anschluss an die Referate stattfindende Diskussionsrunde leitet die sympathische Arena und Rundschau erprobte Sonja Hasler
  • Unser drittes Bernerhof Gespräch findet am Mittwoch, 23. März um 19.00 Uhr statt. Das Thema: Ist Schnee von gestern?…

    Posted by Bernerhof Gstaad on Freitag, 19. Februar 2016

Gedanken.Verloren.

Meine Kolumne im Anzeiger von Saanen

Nieselregen. Nasskalt. Der Bus, der mich zur Schule fuhr, war voll mit triefenden, roten Nasen. Husten. Ab und wann ein Schnäuzen. Kaum in der Schule angekommen, schickte uns Lehrer Schmid raus, um Blätter zu sammeln. Bunt sollen sie sein. In meiner Heimatstadt hatte es viele Kastanienbäume. Selbst in der Nähe der Schule. Doch ich suchte das Weite. Kommt Zeit kommt Rat. Ich will ja nicht das erst beste Blatt. Schon gar nicht eines aus der Stadt. Ich ging in den Wald. Die Schuhe tief im Laub versteckt, schlenderte ich gedankenverloren durch den Wald. Jeder Schritt ein lautes Rascheln, tschschschsch tschschschsch tschschschsch, das gefiel mir. Ich entfernte mich, ich schwöre es! unabsichtlich immer weiter weg von der Schule. Als mir aufging, dass der Weg zurück ans Pult gleich lang ist wie der von der Schule weg, war ich keineswegs erschüttert. Eine Stunde mehr im Schulzimmer bei Lehrer Schmid bringt mich auch nicht an die Uni. Ich sammelte also zwei drei, schon halb vermoderte Blätter und keuchte in die Schule zurück. Natürlich waren die Klassenkameraden schon alle im Schulzimmer und malten eifrig eines der von ihnen gesuchten Stadtblätter auf ein Zeichenpapier. So was Überflüssiges. Was soll ich ein Blatt abzeichnen, welches in der Natur viel schöner ist? Heiss ich van Gogh? Mit einem Bambusstock, den mir Lehrer Schmid doch tatsächlich auf meine rechte Hand schlug,  versuchte er mir zu erklären, dass ich ein Blatt auf den Zeichenblock zu zeichnen habe. Ich gab schliesslich nach. Gezeichnet habe ich das Blatt aber nicht, denn ich konnte infolge einer geschwollenen Hand keinen Farbstift mehr halten.

Wieso ich Ihnen das erzähle? Weil es Herbst ist. Die Wälder wunderschön sind. Weil Gedankenverlorenheit gesund ist. Und weil mir kein gescheites Thema in den Sinn kam. Über die vergangenen Wahlen wurde schon genug geschrieben. Über die Bergbahnen unserer Destination jahrelang diskutiert und das Thema Spital und Gesundheitszentrum liegt mir nicht. Ich bin unheilbar gesund. Vielleicht, weil ich ab und wann gedankenverloren durch die Wälder spaziere.

Ich liebe Online Kommentare


Kolumne im Anzeiger von Saanen

Vorbemerkung: Liebe Gstaader und Gstaaderinnen, liebe Damen und Herren Ladenbesitzer, die Sie tagtäglich in Ihrem Laden stehen. Ich bedanke mich für die vielen sachdienlichen Hinweise, dass ich dank meiner Unfähigkeit nicht alle Ladenbesitzer die in der Promenade ihr Geschäft haben, in der Kolumne erwähnte. Es tut mir wahnsinnig leid. Ich könnte heulen. Ich bin untröstlich. Allen voran möchte ich mich bei Reisebüro Eggenberg, bei Cigares Fuhrer Tobacco und bei meinem Nachbarn Pernet Comestibles entschuldigen. Seid bitte nachsichtig. Es war keine Absicht dahinter. Mein Unvermögen stand mir wie so oft im Weg.

Die Kolumne

In der Nacht, wenntroll ich nicht schlafen kann, lese ich Online Kommentare zu irgendwelchen Artikeln. Ich bin ein Liebhaber von Online Kommentaren. Allen voran das Gemotze über das Gastgewerbe und Tourismus. Das sauge ich förmlich auf. Wie sich Leute echauffieren bei diesem Thema. Ich arbeite in der richtigen Branche, da sind noch Emotionen vorhanden. Zum Beispiel bei Herrn O.F., der mich in einem Online Kommentar erwähnt. In drei Sätzen wirft er mir vor, an dieser Stelle selbstherrliche Kolumnen zu schreiben und bringt darin drei Fallfehler und vier Rechtschreibfehler unter. Das ist eine Leistung. Kein Wunder dass er dafür 49 Likes bekommen hat. Ein grosser Mann. O.F., diesen Namen wird man sich merken müssen.

Und dann all die honorarfreien ehrenamtlichen Ratschläge an die gastgebende Zunft, ich könnte juchzen. Expertinnen und Experten sind sie allesamt, verteilen Fachwissen und bringen Lösungsansätze, auf welche die ahnungslosen Profis aus der Gastronomie und Hotellerie selber nie gekommen wären. Zum Beispiel billiger werden. Oder besser werden. Oder netter werden. Oder alles zusammen. Das sind doch mal Ideen! Dass die Gastgeber darauf nie gekommen sind. Gut, vielleicht sind sie auch schon selber drauf gekommen, ziehen es aber lieber vor, teuer und schlecht und grantig zu sein, absichtlich, diese Halunken. Oder weil sie es nicht können? Dabei wäre es so einfach, ein erfolgreicher Gastgeber zu sein. Man muss nur die Ratschläge der Online-Kommentatoren lesen und befolgen.

Schnitt. Anderes Thema.

Ich bin von Geburt an ein Ausheimischer. Als ich im Oktober 96 nach Gstaad kam, hatte es in der heutigen Promenade Verkehr. Dazu 3 Bäckereien, eine Confiserie, zwei Blumenläden und gefühlte zwanzig von den Inhabern selber geführte Läden. Gstaad war für mich das Gegenteil von St. Moritz, woher ich kam. Gstaad lebte an 365 Tagen. In St. Moritz machten die Boutiquen mit den grossen Namen in der Zwischensaison die Schaufenster wortwörtlich dicht. Heute existieren in Gstaad unter anderen noch Blumen Stricker, Charly, Early Beck, Cadonau, Vertex, Lorenz Bach, Pernet Comestibles, Tabakwarengeschäft Cigares Fuhrer Tobacco, Reisebüro EggenbergBrand Sport, Villiger Bijouterie, Schuhhaus Romang, die Apotheke und Drogerie. Die anderen Geschäfte wurden verkauft und/oder umgenutzt. Genützt hat’s uns nichts. Das Herz von Gstaad wurde in fremde Hände gegeben. Die 365 Tage waren gestern. Heute ist die Promenade grosszügig gerechnet während fünf Monaten im Saft.

Schnitt. Gleiches Thema.

Die Bergbahnen. Angedacht wurde, dass das Eggli und das Rellerli wohlhabenden Aussenheimischen verkauft wird. Wir verkaufen Teile der lebenswichtigsten Infrastruktur, welche dem Tourismus das Blut, sprich Geld in Form von Übernachtungen etc. zuführen? Ich hoffe doch, dass auch in Zukunft noch genug Sauerstoff vorhanden ist, auf dass unsere Gäste und wir Gastgeber hier im Saanenland noch atmen und leben können. Und dass wir nicht fremdbestimmt werden und weiter Leistungsabbau betrieben wird.

Und ja, Herr O.F., wie hat Ihnen mein Text gefallen? Entsprach seine Selbstgefälligkeit Ihren Erwartungen?

„Mit sanftem Tourismus verdient man kein Geld“….

Kolumne im Anzeiger von Saanen

… sagte Otto Steiner aus Sarnen, seines Zeichens Entwickler für Projekte im Tourismus, für Museen und Markenwelten der Hotel Revue. Tatsächlich muss jede Destination, jedes Museum und jede Marke ein Alleinstellungsmerkmal haben. Vorzugsweise muss das Thema von der einheimischen Bevölkerung gelebt werden. Nicht marktschreiend, sondern subtil und intelligent. Ehrlich halt.

Lord Yehudi Menuhin mit  Paul Valentin

Lord Yehudi Menuhin mit Paul Valentin

Wir im Saanenland haben die besten Voraussetzungen für eine aussergewöhnliche Inszenierung. Wir haben eine sechzigjährige Tradition mit klassischer Musik, eine fantastische Landschaft zusammen mit einer gelebten Landwirtschaft.  Wie besiegelten 1956 Paul Valentin (ehemaliger Kurdirektor von Gstaad) und Lord Menuhin, Valentin’s Idee von Sommerkonzerten (dem heutigen Menuhin Festival) in Gstaad? Bei einem Glas Milch!

Wie aber kombiniert man nun die drei unterschiedlichen Komponenten Musik, Landschaft und Landwirtschaft zu einem stimmigen Produkt? Mit einer breit abgestützten Kommission aller Interessenvertreter?

Die hatten wir schon. Effektiver sein könnte eine kleine, feine Gruppe aus kompetenten Leuten, die analysieren können, sowie aus kreativen Leuten, die um die Ecke denken. Sie können etwas zustande bringen, das die ganze Region begeistert. Etwas, das zu einem Teil des regionalen Selbstverständnisses wird. Etwas das als ein neues touristisches Produkt Gestalt annimmt, das wir Einheimischen ungekünstelt vor- und ausleben und unseren Gästen näher bringen können. Wert schaffen, Wert schöpfen.

Erste kleine Inszenierungen sind bereits umgesetzt, wie der Menuhin-Weg, das Menuhin Museum, Heimat Museum, der Käseweg, die Alpwirtschaft in den Sommermonaten und die Käse-Grotte. Jesses, Klammer auf: da liessen sich schon über den Namen „Grotte“ ganze Seiten von Kolumnen schreiben. Ist eine Grotte nicht ein Gebäude, welches eine Felsenhöhle vortäuscht? Wir legen unseren wunderbaren, echten Alp Käse in ein vorgetäuschtes Gebäude. Wo bleibt der Stolz? Item. Klammer zu.

Menuhin, das ist Klang. Wir könnten unsere Berge erklingen lassen. Wir könnten eine berührende, eine erlebbare Geschichte erzählen mit einer kleinen Rundwanderung. Wieso nicht auf dem Rellerli, mit dem Weitblick in vier Kantone? Wir könnten in der Kirche in Saanen mittels einer Video Installation das Menuhin Festival jederzeit und immer erlebbar werden lassen. Aber für solche Produkte müssen wir auch Ideen zulassen, die womöglich komisch anmuten und nicht mehrheitsfähig scheinen. Ideen von aussen, vielleicht von Leuten die keine vorgefasste Meinung haben und nicht schon im Voraus wissen, dass es sowieso nicht klappt.

Es ist ungemein wichtig, dass wir uns jetzt bewegen. Wir brauchen eine erlebbare, fühlbare und ehrliche Inszenierung, die uns ein Alleinstellungsmerkmal gibt. Damit die Gäste schon zu Hause wissen, dass sie bei uns etwas erwartet, das sie an keinem anderen Ort der Welt so erleben können. Das stärkt uns auch im Preiskampf, denn je unvergleichlicher ein Angebot desto unvergleichbarer sein Preis. Gehen wir mit einem gesunden Selbstbewusstsein in die Zukunft, sehen nicht hinter jeder Idee eine Verschwörung und reden wir nicht jeden Impuls schon vor seiner Entstehung wieder kaputt. Die Saaner leben und arbeiten doch in einem offenen Tal und sind doch auch ein offenes Volk. Oder?